              
aktualisiert am: 2010-08-13
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Die Blutegeltherapie
Indikationen
- Venenleiden
- Krampfadern
- Besenreiser
- Trigeminusneuralgie
- Tennisarm/ Sehnenscheiden-, Schleimbeutelentzündung
- Arthrose/ Gicht/ Rheuma
- Tinnitus/ chronische Mittelohrentzündung
- Gürtelrose
Die Blutegelbehandlung wird seit Jahrtausenden angewendet. Die erste Beschreibung einer solchen
Anwendung geht auf das Jahr 200 v.Chr. zurück. Sie gehört, wie das Schröpfen oder der Aderlass, zu
den ausleitenden Therapien. Die Wirkung ist mittlerweile unumstritten. Selbst die Stiftung
Warentest bescheinigt in ihrem Buch über alternative Heilmethoden der Blutegelbehandlung bei
Kniegelenkarthrose äußerste Wirksamkeit.
Der Blutegel
Blutegel gehören zur Familie der blutsaugenden Ringelwürmer (Anneliden). Sie sind ca. 4 - 8 cm groß
und können – vollgesaugt – ihre Größe verdoppeln. Sie leben in Teichen und langsam fließenden
Flüssen in Ufernähe. Der Blutegel ernährt sich ausschließlich von dem Blut der Wirtstiere. Er saugt sich an
diesen fest und injiziert mit seinem Speichel einen Cocktail von Wirkstoffen in die Bisswunden:
- Hirudin, um die Blutgerinnung lokal für einige Zeit zu hemmen.
- Eine winzige Menge Histamin, das rund um die Bissstelle die Blutgefäße erweitert.
- Einen Stoff zur örtlichen Betäubung – das Wirtstier soll keine Schmerzen erleiden und den Egel abstreifen.
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Ein natürliches Antibiotikum, das bewirkt, dass der Blutegel keine fremden Bakterien mit dem Blut aufnimmt.
Deshalb entzünden sich die Bisswunden praktisch nie.
Der Blutegel kann ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Er kann bis zu 2 Jahre von einer Blutmahlzeit
leben. Er kommt immer mit männlichem Geschlecht auf die Welt und macht im Alter von 8 - 9 Jahren eine
Geschlechtsumwandlung durch und kann dann Eier legen.
Blutegel waren früher in unserer Natur sehr häufig, kommen aber heute aufgrund der schlechten
Wasserqualität in den vergangenen Jahren nur noch vereinzelt vor.
Medizinische Blutegel kommen ausschließlich aus der Zucht. Bei jeder Sitzung werden von mir 4 - 6
Blutegel – meistens an den schmerzenden Stellen – auf die Haut des Patienten angesetzt. Mit Nachblutungen
beträgt der gesamte Blutverlust nicht mehr als 250 - 350 ml.
Wie wirkt die Blutegeltherapie?
Nachdem der Blutegel gebissen hat, injiziert er einen Stoff (Hirudin) in die Bisswunde, welcher die
Blutgerinnung in diesem Bezirk für einige Zeit verhindert. Hierdurch kommt es zu Sickerblutungen. Das
Blut sickert langsam und kontinuierlich aus der Wunde und die kleinsten Blutgefäße (Kapillare) können
sich entleeren. Frisches nähr- und sauerstoffreiches Blut fließt in diesen Bereich nach. Durch die mehrere
Stunden dauernde, extrem langsame Blutung hat der Körper die Gelegenheit, den Flüssigkeitsverlust sofort
auszugleichen. Das "dicke Blut" wird verdünnt, und Verklumpungen und Stauungen können sich auflösen und werden
ausgeschwemmt, sowohl durch die direkte Blutung als auch Tage und Wochen danach über die Nieren. Gleichzeitig
werden Gift- und Schlackestoffe, die sich im Gewebe abgelagert haben, ausgeschwemmt.
Wie wird die Blutegelbehandlung durchgeführt?
Blutegel sind sehr sensible Tiere. Was ihnen nicht schmeckt, das fressen sie nicht. Deshalb darf die Stelle,
an der die Blutegel beißen sollen, am Tag vor der Behandlung weder mit stark riechenden Seifen gewaschen
noch eingecremt werden. Die Blutegel werden aufgesetzt, und nach kurzer Zeit haben sie sich festgebissen und
beginnen zu saugen. Der Patient hat kurzfristig ein "sägendes" Gefühl an den Bissstellen. Dann beginnt das
Mittel zur örtlichen Betäubung aus dem Speichel des Egels zu wirken. Darüber hinaus merkt der Patient nichts
von der Behandlung. Meine Aufgabe ist während der Behandlungszeit auch, die Egel zu beobachten. Wenn sie vor
Anstrengung eingeschlafen sind, was häufiger passiert, werden sie durch leichtes Anstupsen geweckt.
Nach max. einer Stunde sind die Egel satt und lösen sich von der Haut. Die Bisswunde blutet bis zu 24 Stunden
nach. Die Wunde muss also gut versorgt werden. Der Patient bekommt genügend spezielles Verbandmaterial mit
nach Hause, um den Verband in ca. zweistündigem Rhythmus zu wechseln. Hieraus wird klar, dass eine
Blutegeltherapie relativ zeitintensiv ist.
Gegenanzeigen
- Blutgerinnungsstörungen
- Gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar
- Bluterkrankheit
- Starke Blutarmut
- Magen-, Zwölffingerdarmgeschwür
- Allergien gegen Hirudin und Histamin
- Wundheilungsstörungen z.B. bei Diabetes
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