Laurentiusstr. 26
42103 Wuppertal
Tel. 0202 300853

Die biomechanische Muskelstimulation

Indikationen

Biomechanische Stimulation

Die Biomechanische Stimulation (BMS) ist eine relativ neue Behandlungsmethode. Sie beruht auf einer ausschließlich mechanischen Einwirkung auf die angespannte oder gedehnte Muskulatur, entlang der Muskelfasern, mit Hilfe von Vibrationen. Dies ist bis zu zehnmal effektiver als herkömmliches Muskeltraining. So ist der Effekt einer 6-minütigen biomechanische Stimulation z. B. auf die Beine vergleichbar mit einer Stunde Dauerlauf jedoch ohne die damit verbundenen körperlichen Belastungen. Im medizinischen Bereich dient sie der Prävention, Regeneration und Rehabilitation. Besonders in der physikalischen Medizin, bei der postoperativen Behandlung und bei vielen Erkrankungen, die mit Bewegungseinschränkungen verbunden sind, zeigt sie große Erfolge.

Wie wirkt die BMS?

Beinahe alle Funktionen im Körper, wie Wachstum, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Denken, Heilung, praktisch sämtliche Lebensvorgänge hängen von der ausreichenden Versorgung mit Blut ab. Wie schafft es der Körper nun, das Blut bis in seine entferntesten Ecken zu transportieren? Allgemein heißt es, das Herz pumpt das Blut durch die Adern, und diese leiten es überall dorthin, wo es benötigt wird. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Auch wenn das Herz ein kräftiger Muskel ist, es wäre nie in der Lage, soviel Druck auszuüben, dass es das Blut in dem feinen kilometerlangen Netzwerk der Blutgefäße in Bewegung halten könnte.

Wie wird unser Blutkreislauf in Bewegung gehalten? Das Herz pumpt das Blut durch die großen Arterien in den Bauch, die Arme, die Beine und aufwärts bis zum Hals. Dort verzweigen sich die großen Arterien und treten in die Muskulatur des Körpers ein. Von diesem Moment an übernimmt die Muskulatur den Transport des Blutes bis in die feinsten Blutgefäße in allen Regionen des Körpers.

Wie macht das aber die Muskulatur, wenn wir schlafen oder ruhen? Da bewegen wir uns doch gar nicht. Unsere Muskeln ruhen nie! Sie schwingen oder vibrieren ständig mit einer bestimmten Frequenz und pumpen damit das Blut durch den Körper. Selbst der Kopf und damit das Gehirn hat dafür seine Muskeln.

Dieses Vibrieren ist der eigentliche Motor des Kreislaufes. Wir spüren es nur sehr selten, z. B. wenn die Muskeln sich sehr anstrengen müssen. Die meisten Menschen werden es vom Winter kennen, wenn sie sich unterkühlt haben. Das Zittern erzeugt nicht nur Wärme, auch der Kreislauf wird dadurch stark angeregt. In dieser Erkenntnis liegt der Schlüssel dieser sehr vielfältige Heilmethode.

Therapie

Welche Möglichkeit bietet die biomechanischen Muskelstimulation? Es werden von außen mittels eines Gerätes gezielt Vibrationen in die Muskeln eingebracht. Der Muskel schwingt, ohne sich selber anstrengen zu müssen, und nach wenigen Minuten tritt eine deutlich verbesserte Durchblutung in der behandelten Region ein. Als zusätzliche positive Effekte wird der Muskel kräftig trainiert und die den Muskel versorgenden Nerven angeregt.

Diese drei Heileffekte werden erreicht, ohne dass Medikamente eingesetzt werden müssen. Medikamente würden nur eine Weitstellung der Gefäße erzeugen, ohne dass der angrenzende Muskel diese weiten Gefäße ausreichend mit Blut versorgen kann. Die verbesserte Durchblutung wird bei der BMS ausschließlich durch körpereigene Mechanismen erzeugt. Somit kann es auch keine medikamentenbedingten Nebenwirkungen geben.

Aber nicht nur der Muskel wird aufgebaut. Die Vibrationen fördern auch den Stoffwechsel des Bindegewebes deutlich. Erfolge sind bereits nach wenigen Anwendungen spürbar und sichtbar.

BMS-Patienten genießen die BMS-Behandlung. Sie führt zu einem besseren Muskeltonus und, wie Tests immer wieder übereinstimmend zeigen, zu einem Gefühl der Leichtigkeit in der Muskulatur, das Lust auf Bewegung vermittelt und bis zu 3 Tagen anhält. BMS weckt das Bedürfnis aktiv zu sein und produziert die hierzu notwendige Energie.

Gegenanzeigen

Fallbeispiel 1

Herr P. (29) ist vor 10 Jahren an Multipler Sklerose erkrankt. Er sitzt seit 3 Jahren im Rollstuhl. Im Vordergrund der Symptome stehen spastische Lähmungen, d. h. die Lähmung tritt durch eine Verkrampfung der Muskulatur ein. Die Beine von Herrn P. zittern oft unkontrolliert bei der geringsten Berührung. Die Muskeln fühlen sich immer bretthart gespannt an. Das gleiche Problem betrifft auch die Arme. Durch das Zittern kann Herr P. bestenfalls mit Strohhalm Getränke zu sich nehmen. Meistens müssen andere das Glas oder die Tasse festhalten. Nach einer eingehenden Diagnostik wurde Herr P. ausschließlich mit der BMS behandelt. Die Vibrationen veranlassten die behandelten Muskeln, sich schon während der ersten Behandlung zu entspannen. Hierdurch hörte das Zittern sofort auf, und Herr P. bekam zum ersten Mal seit langer Zeit wieder warme Hände und Füße. Die Blutgefäße wurden durch die verkrampften Muskeln nicht länger gequetscht, und das Blut konnte wieder ungehindert in Hände und Füße strömen. Herr P. berichtete, dass die Wirkung der ersten Behandlung bis zum nächsten Tag anhielt. In weiteren Sitzungen wurde der Zeitraum der Symptomfreiheit immer mehr verlängert. Nach 15 Behandlungsterminen, bei zwei Sitzungen pro Woche, war Herr P. wieder in der Lage, völlig selbstständig zu essen und zu trinken, das Zittern ist beinahe ganz verschwunden.

Fallbeispiel 2

Herr S. (46) berichtete, er habe vor einem halben Jahr bei einem Umzug geholfen und ein Klavier getragen. Beim Anheben verspürte er sehr starke Rückenschmerzen. Die Schmerzen wurden so stark, dass es ihm unmöglich war, weiter am Umzug teilzunehmen. Die Röntgenuntersuchung ergab ein unauffälliges Bild. Behandelt wurde Herr S. damals mit wärmenden Salben und Spritzen. Dadurch wurde der Schmerz auch deutlich besser, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Besonders langes Sitzen, z. B. beim Autofahren, machten ihm weiterhin große Probleme. Die Diagnostik erbrachte massive Verkrampfungen der Muskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule. Gleichzeitig wurde eine deutliche Verkrümmung der Wirbelsäule festgestellt. Herr S. wurde an insgesamt sechs Terminen mit der BMS behandelt. Dabei wurde von Mal zu Mal der Schmerz geringer, und er konnte immer längere Zeit schmerzfrei sitzen. Am Ende der Behandlung war Herr S. dauerhaft ohne Schmerzen. Die Verkrümmung der Wirbelsäule hatte sich deutlich gebessert. Herrn S. wurde geraten, sich vorsichtig sportlich zu betätigen. Seitdem schwimmt er, fährt Rad und ist frei von Rückenschmerzen.

Fallbeispiel 3

3. Frau P. (66) klagte über müde, schwere Beine, mit Verdickung des Fußgelenkes. Besonders abends schmerzten die Beine stark, und der ganze Fuß war angeschwollen. Nachts traten häufig Krämpfe in den Unterschenkeln auf. Frau P. wurde zu einer Venenoperation geraten. Diese wollte sie jedoch in jedem Fall vermeiden. Die Diagnose ergab massive Blutstauungen in den Unterschenkelvenen. Jedoch war keine Neigung zu Thrombose erkennbar. Frau P. wurde zuerst mit Blutegeln behandelt, die schon eine gewisse Erleichterung brachten. Nachdem die Bisswunden der Blutegel abgeheilt waren, wurde BMS-Therapie an beiden Unterschenkeln von Frau P. durchgeführt. Dadurch wurde die Muskelpumpe wieder in Gang gesetzt, die das Blut aus dem gestauten Bereich zurück zum Herzen pumpen konnte. Die Beine schwollen ab, die Schmerzen ließen nach und Krämpfe wurden von Mal zu mal weniger. Nach 10 Behandlungssitzungen konnte die Therapie erfolgreich beendet werden. Frau P. wurde geraten, die Beine einmal am Tag, für ca. eine halbe Stunde, senkrecht gegen eine Wand nach oben zu legen. Mit diesen Maßnahmen ist bis heute eine völlige Beschwerdefreiheit erzielt worden.